Die Küche ist nichts - ohne guten Service!!
Geschrieben von Barbara, am 18. September 2007
Das Image dieses Berufes ist in Österreich ganz schön angekratzt. In anderen Ländern ist das ganz anders.
Einmal mehr weiss ich heute, dass ich vor Jahren Recht hatte, als ich einen meiner Kellner rügte, daß er zu lasch wurde mit der Bedienung meiner Gäste. Damals wollte dieser, eigentlich sehr zuvorkommende Mitarbeiter, gar nicht verstehen als ich ihm erklärte es nütze nichts, wenn ein Gast ein tolles Menü genießen möchte und der Service zu nachlässig wäre, mit zb. Wein nachschenken oder Dessertempfelungen. Denn zu einem kulinarischem Erlebnis reicht eine hervorragende Küche längst nicht mehr aus.
Die Erwartungen des Gastes an das Service haben mit der Zeit ein hohes Mass erreicht. Wärend Köche in den letzten Jahren einen enormen Imgagegewinn erleben durften, ist das Sevicepersonal immer hinkenden Beines zurückgeblieben. Das fehlende Image ist nicht gut für das Personal wie auch für die Gäste selbst.
Zum Beispiel in Frankreich hat der Serviceberuf einen sehr hohen Stellenwert.
Niemals wird nach einem Kellner gerufen, der korrekte Wortlaut ist Restaurantfachmann. In den Händen eines Maitre d´Hotel sind die meissten Gäste wie Wachs. Überhaupt wenn er noch dazu mit dem passenden Wein oder Tagesempfelungen aufwarten kann. Ein guter Ober kann den Umsatz selbst beeinflussen so dass der Gast trotz hoher Rechnung sehr zufrieden das Restaurant verlassen kann.
Und zufriedene Gäste können doch kein Wunschtraum sein ??
Also hat jeder Gast das Recht seinen Teller elegant serviert zu bekommen und nicht nur vorgesetzt. Ich würde allen Kellnern, Ober, Maitre…. in unserem Land wünschen sich ein wenig, nur ganz wenig, an die Köche anzulehnen. Denn ein Seivicemitarbeiter ist und bleibt immer noch das Bindeglied zu unseren Gästen.
Eure Babsi
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19. September 2007 um 11:33
Wenn Sie sagen, dass der Kellner den Umsatz direkt beeinflusst, denkt so mancher wahrscheinlich wehmütig zurück an das alte Tronc-System bei dem umsatzabhängig entlohnt wurde. Geld mag nicht immer ein nachhaltiger Motivator sein, aber ehrliche Freundlichkeit und Aufmerksamkeit im Service bringen nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Wertschätzung und mehr zurückkommende Freundlichkeit vom Gast (und Chef).
Ein Kreislauf, den man leicht vergisst…. aber wenn man das System erst mal verstanden hat, gehts plötzlich von ganz alleine. In diesem Sinne, mehr zuvorkommender Service bringt Vorteile für Jedermann und lässt das Ansehen des Berufsstandes sicher wieder aufblühen!
GASTfreundliche Grüße
Helmut List
Kohl & Partner
20. September 2007 um 00:27
Lieber Helmut!
Vielen Dank für deine Kommentare. Natürlich hast du Recht mit deiner Meinung über die echte Freundlichkeit und Aufmerksamkeit im Service. Gäste merken meist, ob es ehrlich gemeint ist, auch in anderen Dienstleistungsunternehmen und das ist gut so!!
Liebe Grüsse Babsi
20. September 2007 um 13:45
Es ist ganz klar, daß sich der Gast wohler fühlt, wenn er freundlich und mit einem Lächeln bedient wird. Das Problem ist aber auch ab und zu, daß es Gäste gibt, die einen Kellner oder eine Kellnerin nicht wirklich nett behandelt sondern eher von OBEN herab!!! Meine Meinung ist: Man(n)(Frau) kann nicht immer super aufgelegt sein, ob Servicekraft oder nicht, und wie man oft in den Wald schreit, so kommt es zurück!
Also manche Gäste sollten die Bedienungen mit respekt behandeln und nicht wie früher wie eine billige Dienstmagd oder einen Knecht - Gottseidank sind es aber nur ein paar Ausnahmen.
Eine Kellnerin
21. September 2007 um 12:13
Ja, aber mit ein bißchen Psychologie und Menschenkenntnis kann man so einiges ins Gegenteil drehen, wenn mal ein Gast nicht so gut drauf ist oder etwas schwieriger ist. Das spannendste ist es ja, auch diesen Gast zufrieden und glücklich wieder zu verabschieden.
Sicher ist man selbst nicht immer super drauf - was mich betrifft: sobald ich in Kontakt mit dem Gast bin und war, sind und waren alle anderen Sorgen vorerst mal vergessen… - das hat mir und dem Gast bisher immer gut getan …
Schauen wir einfach mal selbst, wie wir als Gast behandelt werden möchten. Ein freundliches Wort, ein Lächeln, es braucht nicht viel! Da hat auch so mancher Gast seinen Kummer vergessen und das wollen wir ja auch - wir wollen ihn aus dem Alltagsstress holen und für die kurze Zeit, wo er bei uns ist, einfach Gutes tun!
Als ich noch jünger war (haha) habe ich mir die Frage gestellt: Warum machst du diese Arbeit? Ok: weil sie Spaß macht, weil ich gerne Kontakte knüpfe und mit Leuten zusammenkomme, weil ich daraus Erfahrungen sammele (auch psychologische klarerweise). Aber in erster Linie zählt doch das, auf was man stolz ist in unserem Beruf und Tun: Das Glücklichmachen von Menschen, sie für einen Moment auf andere Gedanken bringen und ihnen Minuten, Stunden, Tage der vollkommenen Entspanntheit zu schenken. Das ist es heute was zählt. Und da ist es egal wo man arbeitet - es fängt schon im Café um die Ecke an.
In diesem Sinne war das sozusagen das Wort zum Freitag! Weiter gute Arbeit und viel Freude dabei!
24. September 2007 um 23:46
Liebe Karin!
Veilen Dank für deinen Beitrag zum Thema Service, ich hab das nicht umsonst ein bischen provokant geschrieben. Genau das ist es nämlich. Die Gäste sollen den Augenblick in dem sie, egal ob Cafe- oder Restaurant sitzen, genießen.
Genau das ist auch meine Meinung. Wenn ich selber schon mal Zeit hab mich verwöhnen zu lassen, und dann ist noch jemand unfreundlich zu mir, ist der halbe Genuss schon beim Teufel.
Liebe Grüße Babsi